Follow for follow?

Über Instagram und den Trend, bei dem ich auf keinen Fall dabei sein muss.


Instagram ist so ziemlich meine liebste App auf meinem Handy. Ich mache gerne Fotos, poste sie auf Instagram und manchmal könnte ich dort auch einfach nur stundenlang scrollen. Überall großteils schöne Bilder von meinen Freunden und Accounts, denen ich folge. Instagram macht mir den Großteil, der Zeit, die ich dort verbringe Spaß, ich tausche mich mit anderen aus und bemühe mich nicht nur für mich, sondern auch für diejenigen, die mir folgen schöne Inhalte zu kreieren. Seit einem Jahr bin ich nun wirklich aktiv auf Instagram und hab seitdem ungefähr 1400 Follower dazubekommen. Nicht gerade viel, doch ich bin zufrieden damit. Manchmal wünschte ich mir auch mit meinem Account mehr Leute erreichen zu können, eine größere Followerschaft aufzubauen. Doch das braucht meiner Meinung nach viel Zeit.

In letzter Zeit fällt mir vermehrt auf, dass Accounts regelrecht aus dem Boden schießen. Naiv wie ich anfangs noch war, war ich oft begeistert von diesen Accounts. Ich dachte mir „wow, das geht ja richtig schnell bei dem/der, da muss ich mir ein Beispiel nehmen, was die Fotos betrifft“. Irgendwann kam ich dann aber drauf, was hinter diesen Accounts steckt (im Nachhinein gesehen nicht einmal schwer zu erkennen). Ich nehme an, ihr wisst schon worauf ich hinaus will: aufs Follower „kaufen“. Kaufen unter Anführungszeichen, da viele, die ihre Accounts auf diese Weise aufbauen, nicht mehr klassisch Follower kaufen, sondern zahllosen Accounts folgen, darauf warten, dass ihnen diese zurückfolgen und dann entfolgen sie diesen wieder. Auch das muss man aber nicht mehr selbst machen, es gibt Apps und Programme, die das für einen erledigen. Oftmals hat man dann Leute unter seinen Followern, die nicht einmal annähernd in die eigene Zielgruppe passen, aber auch dafür gibt es bereits Programme, die genau auf die jeweilige Zielgruppe ausgerichtet sind und nur Accounts folgen (und wieder entfolgen), die in die jeweilige Zielgruppe passen.

Ich muss gestehen als ich davon erfuhr, war ich zwar zuerst richtig wütend, aber überlegte dann in schlechten Momenten selbst so etwas auszuprobieren. Ich war unglücklich mit meiner Followerzahl, wollte, dass alles schneller geht, doch gab mir selbst ein paar Tage Bedenkzeit. Und diese hat mir sehr gut getan, denn ich fragte mich nach dieser Zeit wie ich so dumm sein konnte und überhaupt jemals über so etwas nachzudenken.

Nein ich möchte mich selbst nicht belügen und ganz ehrlich, was bringen mir Follower, wenn sie doch nicht wirklich selbst auf mein Profil gekommen sind? Warum sind plötzlich alle so followersüchtig? Was habe ich davon, außer vielleicht ein oder zwei Kooperationsanfragen mehr, von Firmen, die sich nicht richtig über die Accounts informieren, mit denen sie zusammenarbeiten? Denn wer sich zum Beispiel auf socialblade darüber informiert, wievielen Accounts ein möglicher Kooperationspartner folgt oder eben entfolgt zeigt sich sofort, wer seine Follower ohne ein falsches Spiel bekommen hat und wer nicht.

Ich kann verstehen, dass viele Leute diese Programme verlockend finden und sich dadurch viele Follower erhoffen, aber ich kann euch nur raten, macht das nicht, denn ihr belügt dabei nicht nur mögliche Kooperationspartner (die ihr ja dadurch anscheinend bekommen wollt), sondern auch euch selbst. Ich finde diese Vorgehensweise schlicht und einfach ethisch nicht korrekt und vertretbar. Dies gilt natürlich auch für Facebook, wo mir eine politische Seite untergekommen ist, bei der die User nur darüber informiert wurden, dass sie diese Seite bereits geliket haben (auch wenn sie das nie aktiv getan haben), da sie mit dem Inhaber der Seite befreundet waren, als er diese Seite gegründet hatte. Obwohl diese Sache anscheinend von Facebook selbst unterstützt wird, finde ich es nicht richtig. Nur weil jemand eine Person mag oder auf Facebook mit ihr/ihm befreundet ist, heißt das doch nicht, dass einem auch das gefällt, was die Person macht oder der gleichen politischen Meinung ist.

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So, genug aufgeregt für heute. Wenn ihr unbedingt mehr Follower auf Instagram wollt, kann ich euch nur raten, greift auf keine Programme zurück, sondern seid aktiv, kommentiert und liket viel und wartet einfach ab. Gut Ding braucht Weile!

Mehr zu diesem Thema findet ihr übrigens bei der lieben Susanna.

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11 Gedanken zu “Follow for follow?

  1. Susanna schreibt:

    Sehr gut auf den Punkt gebracht 🙂 Vor allem lieb ich den Satz “ Ihr belügt nicht nur Kooperationspartner, SONDERN AUCH EUCH SELBST“ .. Ich könnt das erst gar nicht mit meinem Gewissen vereinbaren und schon gar nicht, wenn mich mal wer drauf anspricht…

    xoxo Susanna

    Gefällt 3 Personen

  2. Katrin schreibt:

    Da hast du ja so recht! Habe mich in deinen Worten so richtig wiedergefunden. Ich finde es auch sehr schade, dass es für kleinere Profile mittlerweile echt schwer geworden ist sich hochzuarbeiten. Das ist aber natürlich noch lange kein Grund sich Follower zu kaufen. Letztendlich will man (zumindest ich) mit seinen Fotos, Texten und auch seinem Blog Menschen erreichen, sie inspirieren und motivieren.
    Wie aber soll man Menschen erreichen, die sich eigentlich gar nicht für einen interessieren, die das Profil gar nicht wirklich kennen und sich fragen wer da etwas Gepostet hat. Qualität vor Quantität.

    Ich zumindest finde es toll was du machst und es reicht auch wenige zu erreichen. Mit der Zeit wird es bestimmt besser. Wir müssen nur weiter machen!

    Ganz liebe Grüße und einen schönen Abend,
    Katrin

    https://lebegruen.wordpress.com/

    Gefällt 1 Person

    • stephidrexler schreibt:

      Liebe Katrin!
      Danke für deinen tollen Kommentar!
      Ich kann dir nur zustimmen, ich möchte auch, dass Leute auf meine Seite oder meinen Blog kommen und ihnen meine Bilder und Beiträge gefallen und sie mir deswegen folgen oder wiederkommen 🙂
      x Stephi

      Gefällt 1 Person

      • Katrin schreibt:

        Das geht mir ganz genauso! Ich finde auch, dass man viel öfter kommentieren sollte, wenn einem etwas wirklich gefällt. Viel zu oft bleibt man still, dabei steckt doch immer so viel Arbeit dahinter. 👌

        Gefällt 1 Person

  3. nikojuranek schreibt:

    Cooler Artikel, Stephi, finde ich super, dass sich langsam, aber spürbar eine Gegenbewegung zu den gängigen „Online Marketing“ Methoden etabliert! Die scheinbaren „Fame“ Accounts mit 10,20,30k+ Followern schießen ja nur so aus dem Boden, und wie du sagst, es ist manchmal echt frustrierend zuzusehen, wie die „ehrliche“ Arbeit nicht (sofort) belohnt wird. Umgekehrt habe ich aber auch aufgehört, mich diesbezüglich zu stressen – aus mehreren Gründen.
    – Fake Accounts: Ich denke, dass Instagram & co. in den nächsten Monaten dagegen noch viel restriktiver vorgehen werden, entweder bloß die Fake follows gelöscht werden, bzw. im best case die Profile der Betreiber gleich mit.
    – Interaktion: Wie angesprochen, sind die Profile ja sowieso nur inaktiv (weil Fake), oder gar nicht die Zielgruppe, deswegen dann auch mit schlechterer Interaktion. Ich würde zudem gar nicht ausschließen, dass sich das auch negativ auf den Algorithmus auswirkt, aber das weiß wohl nur Facebook/Google.. 😛
    Ich hatte am Beginn auch eine kurze Phase, wo ich das (hauptsächlich aus Neugier) testete, bzw. auch damals mein FB-Profil in eine Seite umwandelte (ist anfangs ja vollkommen naheliegend) – aber der persönliche Zugang war – bis auf Ausnahmen – nicht vorhanden. So oder so, ist es mehr rausgeschmissenes Geld, als wirklicher Nutzen, und je länger man die Sache macht, umso mehr weiß man, dass es keine „Abkürzungen“ am Weg zum Erfolg gibt, als vielmehr alles über ehrliche, harte Arbeit läuft, die man auch zu schätzen lernt. Da umgebe ich mich dann doch lieber gleich mit Gleichgesinnten, die in einer ähnlichen Situation stecken, ähnliche Probleme haben, ebenso eine große Motivation haben und Herzblut in das Projekt stecken.

    Danke für den Artikel, ich freue mich schon auf die nächsten 🙂

    Lg, Niko

    P.S. Mein guter Freund Robert hat kürzlich auch einen passenden Artikel zu diesem Thema verfasst 🙂 http://erfolg-mit-sinn.com/mehr-follower-qualitaet/

    Gefällt 1 Person

  4. sprinzeminze schreibt:

    Du sprichst mir aus der Seele! Ich merke auch ständig wie die Accounts anderer an mir vorbeizischen und innerhalb weniger Tage auf einmal 1000de an Followers mehr haben! Socialblade ist da immer ganz nett und man sieht sofort, dass die gekauft wurden. Ich verbringe seit über zwei Jahren sehr viel Zeit auf Insta und liebe diese App. Ich like und kommentiere sehr viel und habe mir meine Follower wirklich sehr schwer verdient. Aber dafür sind sie wenigstens echt und auf das bin ich sehr stolz! Ich hatte übrigens auch einmal eine Phase, wo ich mir gedacht hab, hey, wenn die anderen sich Follower kaufen und es niemanden zu interessieren scheint, kann ich das auch! Also habe ich mir ein paar 100 Follower über eine App geholt und als ich dann gemerkt hab, welche Leute da kommen, war ich die ganze Nacht damit beschäftigt, sie wieder zu löschen. Das war mal eine Erfahrung, sag ich dir! Ich schau mir jeden Tag meine neuen Follower an und habe mittlerweile auch gar kein Problem mehr damit manche zu blockieren, sehe ich eine Waffe, Rassismus oder sonstiges in jenem Profil was mir absolut nicht zusagt, wird diese Person sofort blockiert!

    Was ich noch sagen will, bei manchen kann cih es verstehen, warum sie isch Follower kaufen. Viele Blogger vor allem stehen unter einem großen Druck, den sie sich selber machen, weil sie nur aus einem Grund bloggen, und zwar um Kooperationen zu bekommen und im besten Fall Geld damit zu verdienen! Wenn die sehen, dass andere bessere Kooperationen haben als sie, werden sofort wieder Follower nachgekauft. Neid ist etwas schlimmes und ganz ehrlich, meiner Meinung nach ist ein Blog etwas persönliches und sollte vor allem eines sein: keine Werbeseite 🙂

    So genug zugetextet liebe Stephie! Hab noch einen schönen Sonntag … LG iris ❤

    Gefällt 2 Personen

  5. Karolina schreibt:

    Stephi du sprichst das an und aus, was sich viele denken! Mittlweile hat das Thema Followers eine Grenze überschritten, die einfach nicht mehr lustig ist. Nicht nur dieses ganze Boten, die verlockenden Apps, die ausm Stand heraus tausende Follower zaubern, auch der Druck wächst tagtäglich. So wie Iris von Sprinzeminze auch bereits geschrieben hat, viele bloggen weil sie nur die Kooperationen sehen, das heißt sie wollen jetzt sofort die Follower, damit sie jetzt sofort die Goodies bekommen. Man darf ja nicht zu lange warten, sonst ist man dann auch wieder out.
    Grad dieser Follow/Unfollow Hype wird demnächst ordentlich krachen, aber ja jeder muss selber wissen, was er für richtig hält. Ich glaub irgendwann fallt das auch wieder auf einen zurück.

    Alles Liebe,
    Karo

    https://kardiaserena.at

    Gefällt 1 Person

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